Wie backe ich eine Gemeinschaft?

Bernadette Jiwa erzählt in ihrem Buch „The Right Story, A Brief Guide to Changing the World“ wie ihr Freund Mark Dyck, ein Bäcker aus Regina, Sasketchewan, Kanada, ein kleines Stück der Welt veränderte.

Mark und seine Frau Cindy hatten eine Bäckerei in Regina. Eines Tages bekamen sie das Angebot in einem lokalen Lifestyle-Magazin, welches in den reicheren Gegenden und gehobenen Hotels verteilt wurde, zu inserieren. Die Anzeige hätte ihn $ 3000 gekostet.

Eine solche Anzeige fühlte sich für Mark aber nicht richtig an. Er ist nicht nur ein Bäcker, sondern auch eine zentrale Figur in der Nachbarschaft. Ein Community-Builder, Freund und ein Macher.

Die Anzeige würde sich wahrscheinlich nicht an die richtige Kundschaft wenden. Auf jeden Fall ist es für ihn nicht der richtige Weg. Zu vage. Zu passiv. Zu indirekt. Wie könnte er also die $ 3000 in einem Marketingkontext besser einsetzen?

Mark entschied sich für folgenden Weg. Er verschenkte wöchentlich einen Korb mit einem Wochenvorrat an Backwaren. Er hätte nun jede Woche selbst entscheiden können, welcher treue Kunde den Brotkorb bekommen soll. Hat er aber nicht. Nur für den ersten Korb hat er die Auswahl getroffen.

Wer den Korb in der darauffolgenden Woche erhalten soll, durfte von der Familie entschieden werden, die den Korb gerade bekommen hatte und immer so weiter. In der Bäckerei entstand eine „Echte Freunde“-Galerie mit Bildern der Familien, welche einen Brotkorb erhalten hatten.

Zudem gab es ein Buch, in dem die Menschen, die andere für den Brotkorb vorgeschlagen haben, aufschrieben,warum sie sich für diese Person (Freunde, Nachbarn, Kollegen) entschieden haben.

Er stellte fest, dass Menschen es nicht gewöhnt sind, Geschenke einfach so zu bekommen, insbesondere nicht von ihren Freunden. Ein Geschenk zu bekommen, ohne Grund, also ohne dass es Weihnachten oder Geburtstag ist, nur aus Freundschaft, war für viele unerwartet und manchmal überwältigend.

Außerdem bemerkte Mark noch etwas erstaunliches. Die Freude dieses Geschenk bekommen zu haben, wurde noch von der Vorfreude über die Möglichkeit den Brotkorb weiterverschenken zu können überstrahlt.

Das ist die Geschichte, die Mark Dyck mit den $3000 erzählt hat. Eine die gut zu ihm und den Kunden gepasst hat, die er erreichen wollte. Und die mit ihm die Veränderung in die Welt gebracht haben, die er sehen wollte. Eine Anzeige in einem Hochglanzmagazin hätte dafür nichts gebracht.

Es gibt bestimmt noch mehr Mark Dycks da draußen. Noch mehr gute Geschichten über eine andere Form von Marketing. Bessere Formen von Marketing. Die die Welt besser machen. Die die Welt zum Positiven verändern. Es wäre schön, wenn ich noch viel mehr solche Geschichten erzählen könnte. Als Inspiration, als Ermutigung für alle anderen, wie Marketing eben auch funktionieren kann.

Wer kennt gute Beispiele aus eigenem Erleben oder vom Hörensagen?! Schreibt mir bitte an contact@oceanlemons.blog. Vielen Dank und einen schönen Tag, Euch allen.


Mark Dyck betreibt den Podcast Rise Up! The Baker Podcast. Dafür spricht er mit Bäckern und Bäckereiinhabern über deren Herausforderungen und Erfolge sowie über deren Rolle in der Gemeinschaft, die weit über die bloße Ernährung der Gemeinschaft hinausgeht. Vielleicht ist das ja der podcast, den jemand von Euch gerade hören muss.

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