Verletzlichkeit und Scham

Ich lese gerade ein Buch von Brené Brown. „Daring greatly.“ Ein Buch über Verletzlichkeit. Ein Buch über Scham. Ja, von einer Frau. Nein, nicht nur über und für Frauen. Auch für Männer. Auch über die Verletzlichkeit und Scham von Männern. Ja, das gibt es. Von einem Mensch. Für und über Menschen.

Verletzlichkeit und Scham sind Themen, mit denen wir ständig konfrontiert sind. Jeder in seiner eigenen Fassung. Ob wir nun wollen oder nicht. Und wenn es hier noch mehr Menschen gibt, die an der Stelle ähnlich wie ich ticken, dann wollen wir ganz und gar nicht! Verletzlichkeit und Scham. Fühlen. Hinsehen. Wahrnehmen.

Weil uns ja alles, was uns nicht umbringt, härter macht. Indianer keinen Schmerz kennen. Und wir alle Indianer sind. Alle. Immer. Indianer oder wer auch immer gerade keinen Schmerz kennt, hart im Nehmen, unverwundbar und perfekt ist. Und uns dieses Verhalten, sowohl jedem Einzelnen als auch in der Gemeinschaft, so gut bekommt, dass wir einfach immer weitermachen sollten. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Kein Wunder, dass der Ozean der ungeweinten Tränen unendlich weit und unendlich tief ist. Und die Kette an gegenseitigen Verletzungen endlos.

Jetzt ist also genau die richtige Zeit, um über Verletzlichkeit und Scham zu reden. Sich damit zu beschäftigen. Der eigenen Verletzlichkeit und der eigenen Scham. Und damit vertraut zu werden. Und zu verstehen, welche Wirkung beides im eigenen Leben entfaltet. Und sich zu fragen, ob es vielleicht Zeit ist, etwas anders zu machen.

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