„Trödeln“ ist auch ein schönes Wort

KCAMUA – 29

T R Ö D E L N

Schönes Wort. Schöne Beschäftigung. Nichts, was man schnell machen kann. Nichts, was man schnell machen muss. Trödeln geht nur langsam. Ist einfach so.

Und was man alles Schönes mit „trödeln“ anfangen kann. Man kann vor sich hintrödeln, Zeit vertrödeln, herumtrödeln. Man kann sich während des Herumtrödelns mit der Konjugation von trödeln beschäftigen.

Dabei wird man feststellen, dass es Formen des Imperativs, in der Einzahl „Trödle!“ und in der Mehrzahl „Trödelt!“ gibt, die bestimmt die wenigsten Menschen in ihrem Leben je gehört oder schon mal benutzt haben.

Befehlen passt einfach nicht zum Trödeln. Man kann es auch nicht wirklich planen oder sich vornehmen. Trödeln ist ein spontane Angelegenheit aus einer bestimmten Situation heraus, was es umso sympathischer macht.

Schaut man ein wenig weiter, landet man schnell bei der Prokrastination und der eher negativen Besetzung des Wortes „trödeln.“ Was schade und im Wesentlichen eine Sache der Perspektive ist.

Denn die Person, die trödelt, hat mit dem Trödeln eher selten ein Problem. Ich fühle mich meistens ausgezeichnet, wenn ich trödele. Es sind die anderen, die die nicht trödeln können, wollen, was auch immer, die das Trödeln als negativ empfinden. Dazu gehöre ich auch manchmal.

Aber vielleicht, nur vielleicht, sollten wir uns alle etwas häufiger Zeit zum Herumtrödeln nehmen. Dann klappt es vielleicht auch besser mit all den Dingen, die immer so viel wichtiger als das Herumtrödeln sind. Könnte man ja mal ausprobieren, wenn sich wieder eine Möglichkeit zum Herumtrödeln ergibt.

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