So ein Käse

Vor ca. einer Woche fing es in der Nähe meines Rucksacks an zu müffeln. Es roch ganz leicht nach ziemlich stinkigem Käse. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht. Käse kann es nicht sein. Ich habe ja keinen Käse im Rucksack. Nur meine Regenjacke und ein Paar Wollsocken. Die waren es nicht. Wahrscheinlich kam der Geruch irgendwo anders her.

Die Tage vergingen. Der Geruch wurde intensiver. Immer in der Nähe meines Rucksacks. Vielleicht besteht ja doch ein Zusammenhang? Ich krame ein wenig im Rucksack, finde aber nichts, was derart streng riecht. Und wundere mich weiter. Dann kommt der Tag, an dem mir fast die Tränen in die Augen steigen. Erst jetzt schaue ich mir den Inhalt meines Rucksacks richtig an.

Guess what! Zum Vorschein kam – ein Stück Käse. Eins das beinahe schon selbst hätte aus dem Rucksack kriechen, mir auf die Schulter tippen und sagen können, dass es in meinem Rucksack wohnt. Hat es ja im Prinzip auch gemacht. Durch Rauchzeichen. Dann fiel mir auch wieder ein, dass ich vor Wochen nach einem Einkauf ein Stück Käse vermisst hatte. Na, das Rätsel war ja damit dann auch gelöst.

Ich weiß jetzt nicht, was die Moral dieser Geschichte ist. Vielleicht braucht ja auch nicht jede Geschichte eine Moral. Aber ich finde es ganz erstaunlich, dass ich aus allen denkbaren Varianten diejenige, die nach den Fakten eigentlich die am naheliegenste war, lange nicht in Erwägung gezogen habe, weil ich es schlicht und einfach nicht für möglich gehalten habe.

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