Sand im Auge des Betrachters

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit anderen Menschen über ein Bauwerk unterhalten. Für mich hat die Konstruktion in dem Kontext keinen Sinn gemacht und schön fand ich es auch nicht. Und das habe ich auch gesagt.

Ich hatte es kaum ausgesprochen, fuhr mich ein Gesprächsteilnehmer an: Schönheit würde ja im Auge des Betrachters liegen. … Genau! Warum also dann dieses Totschlagargument? Mal wieder.

Erstens gab es nichts totzuschlagen. Ob ich das Bauwerk schön finde oder nicht, sagt nichts über das Bauwerk oder was andere Menschen darüber denken sollten aus, sondern nur ob ich es schön finde oder nicht. Mehr nicht.

Zweitens ist dieses Argument an dieser Stelle, an der es allerdings meistens angebracht wird, ja nun völlig ungeeignet. Gerade weil die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, bedeutet das eben auch, dass es egal, um was es geht, Menschen gibt, die das nicht schön finden. Kann man doof finden, nützt aber nichts. Ist einfach so.

Drittens. Nur weil jemand etwas nicht schön findet und der andere genau das schön findet, macht das weder den einen noch den anderen zu einem besseren oder schlechteren Menschen. Der eine findet es schön, der andere nicht. Punkt. Mehr nicht.

Man könnte fast meinen, da fühlte sich jemand durch meine Aussage auf die Füße getreten und hat einfach mal etwas gesagt, ohne sich zu überlegen, was er da eigentlich sagt. Leute, Leute, Leute! Und da gab es an der Stelle noch nicht mal ein Problem.

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