Reis auf dem Schachbrett

Vor langer Zeit lebte in Indien ein König, der sein Land nur zu seinem Eigennutz regierte und das Volk in Not und Elend stürzte. Um ihn darauf hinzuweisen, erfand ein weiser Mann ein Spiel, in dem der König ohne die Hilfe der anderen Figuren nichts ausrichten kann.

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Er erfand das Schachspiel und machte es dem König zum Geschenk. Dieser fand gefallen daran und gewährte dem Weisen einen freien Wunsch. Der Weise wünschte sich als Entlohnung Reiskörner. Auf dem 1. Feld 1 Reiskorn, auf dem 2. Feld, 2 Reiskörner, auf dem 3. 4 Reiskörner usw.

Der König fühlte sich durch diesen Wunsch beleidigt, da er ihn für seiner unwürdig hielt. So ein paar Reiskörner. Herablassend gewährte er dem Weisen dennoch den Wunsch für alle 64 Felder des Schachspiels. Der Weise ging lächelnd davon.

Grafik von oceanlemon

Und bald wussten auch die Ratgeber des Königs und der König selbst, dass der Weise um ganz schön vielen Reiskörnern gebeten hatte. Mehr als der König hatte, mehr als überhaupt geerntet wurde, mehr als er mit allem Geld der Welt hätte kaufen können.

Und nur weil man sich als Mensch exponentielles Wachstum so schwer vorstellen kann, führt das nicht dazu, dass es einfach aufhört zu existieren, wie wir ja gerade wieder vor Augen geführt bekommen.

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