Kettenreaktion

In der Straßenbahn. Auf dem Doppelsitz hinter uns sitzt eine Frau am Fenster. Ein Mann steigt ein, will sich gerade auf den freien Platz am Gang setzen. Da steht die Frau auf und sagt, „Ich muss die nächste aussteigen. Setzen Sie sich doch ans Fenster.“ Der Mann ist überrascht, bedankt sich freundlich und setzt sich ans Fenster.

Ein paar Stationen weiter. Eine Frau kommt herein, will sich gerade auf den Platz am Gang setzen. Der Mann sagt, „Ich muss die nächste aussteigen. Setzen Sie sich doch ans Fenster.“ Die Frau freut sich, dankt und setzt sich ans Fenster.

Ein paar Stationen weiter. Ein weiterer Fahrgast will sich gerade auf den Platz am Gang setzen. Und rutscht auch unter erfreuten Dankesbekundungen ans Fenster. … Eine Station weiter mussten wir leider aussteigen.

Ich stelle mir vor, dass es immer so weiter gegangen ist. Wie die kleine Geste der Aufmerksamkeit, der Freundlichkeit zu einer langen Kette kleiner Gesten der Aufmerksamkeit und Freundlichkeit angewachsen ist. Und Seitentriebe gebildet und noch mehr Menschen berührt hat.

Wieviel Kraft in so einer kleinen Geste steckt, wieviele Möglichkeiten.

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