Es ist niemand da

Vor ein paar Tagen stand ich an der Kasse im Supermarkt und stopfte hastig die Einkäufe in den Rucksack. „Sie können langsam machen. Es ist niemand da.“, sagte die Kassiererin. Ich schaute verwirrt auf. Die Kassiererin deutete mit dem Kopf auf den leeren Gang hinter mir. „Es ist niemand da. Sie müssen nicht hetzen. Packen Sie Ihre Sachen langsam ein. Und dann bezahlen Sie.“

Sie hatte recht. Mir war nicht mal aufgefallen, dass niemand hinter mir stand. Aus reiner Gewohnheit habe ich einfach schnell gemacht, mit den Gedanken längst woanders, bei dem, was noch alles zu tun ist. Die Frau an der Kasse hat mich zurückgeholt. Es entspann sich ein kurzes Gespräch über diese Situation und dann schlug sie vor, ich solle jetzt einfach eine kurze Pause machen.

Kaum hatte sie den Vorschlag gemacht, war ihr ihr Verhalten auch schon unangenehm, übergriffig. Ich hoffe, ich konnte ihre Bedenken zerstreuen. Ich war froh, dass sie etwas gesagt hat und dass sie mir quasi erlaubt hat, eine Pause zu machen. Ich wäre sonst den ganzen Tag weitergehetzt und hätte nur wenig um mich herum mitbekommen.

Ich bin ihrem Rat gefolgt. Nachdem mich den Einkauf auf dem Fahrrad verstaut hatte, habe ich Pause gemacht. Ich stand einfach neben dem Rad in der Sonne und habe nichts gemacht. Ganz bewusst. Was für ein Glück. Was für ein Glück, dass die Frau an der Kasse gesehen hat, dass ich eine Pause brauche und dass dann auch noch gesagt hat. Ich bin ihr dankbar dafür.

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