Der Tod als Lebensberater

Ich bin neben einem alten Friedhof aufgewachsen. Ein schöner Friedhof mit alten Bäumen, vielen Büschen und Blumen. Nachts konnte ich vom Fenster aus die Grablichter sehen.

Man könnte meinen, ich bin vertraut mit dem Tod. Bin ich aber nicht. Der Friedhof ist mir vertraut. Der Tod nicht. Den Tod habe ich nur ein paar Mal flüchtig getroffen. … Ihn? … Sie? …

Aber mehr und mehr denke ich über den Tod nach. Nicht weil ich unbedingt sterben will. Aber als Messlatte. Für mein Leben. Was wirklich wichtig ist. Was mir wirklich wichtig ist. In meinem Leben.

Ich habe gerade erst angefangen. Und merke immer mehr, dass ich keine Zeit zu verlieren habe. Und dass die Gedanken an den eigenen Tod nicht nur verstörend sind, sondern auch ermutigend. Ermutigend zu leben. Aus ganzem Herzen zu leben.

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