Das Geschenk als solches

Sich mit verschiedenen Sprachen zu beschäftigen, ist fast immer praktisch und meist auch recht unterhaltsam. Vor allem, wenn man an Wörter gerät, die gleich oder ähnlich geschrieben werden, aber völlig verschiedene Dinge bedeuten.

Ein gutes Beispiel sind die Worte „Gift“ und „gift“.

Das englische Wort „gift“ bedeutet: Geschenk, Gabe, Talent oder verschenkt.

Das schwedische Wort „gift“ bedeutet:

  1. Gift und
  2. verheiratet.

Das deutsche Wort „Gift“ bedeutet: Gift.

Das ist schon eine recht interessante Ansammlung an Bedeutungen für ein Wort. Und jenseits allen Spotts bleibt trotzdem die Frage, wie kann das sein? Soweit sind die Sprachen ja nicht voneinander entfernt.

Der Weg von „Geschenk, Gabe“ zu „Heirat, verheiratet sein“ ist nicht ganz so weit. Laut Duden bedeutete“Gift“ im Deutschen ursprünglich auch „das Geben, Übergabe; Gabe, zu geben“.

Das zeigt auch das deutsche Wort „Mitgift“, in dem sich diese ursprüngliche Bedeutung erhalten hat. Die Mitgift ist „das Vermögen, die Aussteuer in Form von Geld und Gut, das einer Frau bei der Heirat von den Eltern mitgegeben wird“.

Aber wie sind wir im Deutschen von „der Gabe“ zum „Gift“ gekommen? Laut wikipedia steht der Bedeutungswandel in der Deutschen Sprache von „Gabe“ zu „tödliche Gabe, Gift“ unter dem Einfluss des griechisch-spätlateinischen Wortes „dosis“. Dieser Begriff bedeutet „Geschenk, Gabe, bestimmte Menge Arznei“, wurde aber auch als euphemistischer Ausdruck für „Gift“verwandt.

Aber wenn ich es mir richtig überlege, ist es gar nicht so schwierig von „einem Geschenk, einer Gabe“ zum „Gift“ zu kommen. Es ist immer so eine Sache mit den Geschenken. Nicht jedes Geschenk entpuppt sich als positive Überraschung. Diese Erfahrung hat vermutlich jeder schon mal in der einen oder anderen Form gemacht.

Aber bevor ich jetzt gleich beim Trojanischen Pferd ankomme, ich höre es schon wiehern, höre ich für heute auf, denn dieser Beitrag ist auch ohne Holzpferd schon ziemlich ausufernd geworden. Nur eine Sache noch.

Mit Blick auf die Zeit im Jahr: wie wäre es, wenn wir uns alle echte Geschenke machen? Geschenke, die für den Empfänger wirklich ein Geschenk sind, ohne unheilvolle Nebenwirkungen oder negative Intentionen. Also ich bin dabei.

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