Biene ist nicht gleich Biene

Ich verbringe einen Teil meiner Zeit damit, den Bienen auf unserem Garagendach zuzusehen. Je länger ich ihnen zuschaue, desto erstaunlicher finde ich diese Tiere.

Das Bienenvolk als ganzes ist schon ein faszinierender Organismus mit einem eigenen Charakter. Daneben scheint es auch Unterschiede zwischen den einzelnen Bienen zu geben.

Im Sommer gab es eine Wächterbiene, also eine der Arbeiterinnen, die das Flugloch bewachen, die eine etwas grummelige Art an sich hatte. Sie hat wirklich jeder ausfliegenden und ankommenden Biene eine Rüffel mitgegeben. Sie hatte auch nur noch einen kompletten Fühler. Der andere war zu Hälfte abgebrochen. Die anderen Wächterbienen waren nicht ganz so ruppig.

Anfang September habe ich das Einflugloch verkleinert, damit sich die Bienen besser gegen Wespen und andere Räuber verteidigen können. Dafür habe ich ein Brett mit drei kleinen Löchern vor das Flugloch geschraubt. Dummerweise habe ich das gemacht, als noch viel Flugbetrieb war.

Die zurückkommenden Bienen waren etwas ratlos, als ihr Flugloch nicht mehr so aussah, wie es aussah als sie losgeflogen waren. Es war interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die einzelnen Tiere damit umgegangen sind.

Manche sind die Sache direkt angegangen und haben einen Weg in den Stock gesucht und meist auch ziemlich rasch gefunden. Andere haben sich erstmal in der Nähe des Fluglochs gesammelt, mal ein bisschen gesucht, um dann scheinbar wieder irgendetwas anders zu machen. Und manche sahen ziemlich irritiert aus und haben gar nichts gemacht. So sah es zumindest aus meiner Sicht aus.

Am Ende des Tages hatte jede Biene wieder zurück in den Bienenstock gefunden. Zum Glück! Und ich habe wieder etwas gelernt. Ich werde im nächsten Jahr das Flugloch zu einer Tageszeit verkleinern, zu der der Flugbetrieb noch oder bereits eingestellt ist.

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