Aufgabe Nr. 4

Ich nehme gerade an einem Online-Workshop teil. Es gibt wenig Vorgaben. Es gibt zehn Aufgaben, die man beantworten kann. Wann ist einem selbst überlassen. Es ist nur klar, dass am 01.01.2019 alles vorbei ist. Die Teilnehmer posten ihre Antworten und Gedanken auf einer Lernplattform, die anderen Teilnehmer kommentieren. Wir sind alle angehalten, mehrere posts von anderen in einer freundlichen, fördernden Weise zu kommentieren.

An Aufgabe Nr. 4 habe ich festgehangen. Seit drei Wochen. Es gab verschiedene Varianten, wie ich damit umgehe:

  1. Ich mache nichts.
  2. Ich versuche die Aufgabe Nr. 4 so gut wie möglich zu lösen, egal wie lange es dauert.
  3. Ich setze mir einen Termin und was immer ich zu diesem Zeitpunkt habe, poste ich auf der Lernplattform und schaue was passiert.

Variante 1 kam nicht in Frage. Aufgeben ist keine Option. Ich will ja etwas lernen. Deswegen mache ich den Workshop ja.

Variante 2 hatte ich drei Wochen lang ausprobiert. Das hat mich nicht weit genug vorangebracht. Es bestand die Gefahr, dass ich so viel Zeit damit vertue, dass ich die anderen Aufgaben nicht mehr bearbeiten kann. Blieb also Variante 3.

Für jemanden, der nicht ohne Grund über die Tücken des Perfektionismus schreibt, ist diese Variante sehr gruselig. Es hat sich schrecklich angefühlt.  Aber ich habe es veröffentlicht. Augen zu und durch.

Das Ergebnis ist folgendes:

  1. Ich bin nicht tot umgefallen und auch nicht vor Scham im Boden versunken, nicht mal ein ganz kleines bisschen.
  2. Ich habe Abstand zwischen meine Gedanken und mich gebracht.
  3. Punkt 2 führt dazu, dass ich das Thema, meine Antwort und die Rückmeldungen unbefangener durchdenken kann.
  4. Die Rückmeldungen waren freundlich und hilfreich.
  5. Was aussah wie ein Schritt nach hinten oder ein Schritt zur Seite, war tatsächlich ein Schritt nach vorn.
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